Zusammenfasung
In den kommenden Jahren verkaufen Modemarken nicht mehr nur Kleidung – sie verkaufen datenbasierte Produkte mit digitaler Historie.
Im Zentrum dieses Wandels steht der Digitale Produktpass (DPP), eine neue EU-Verordnung, die vorschreibt, dass jedes Kleidungsstück künftig eine nachvollziehbare digitale Identität tragen muss. Dieser „Pass“ erzählt die Geschichte des Produkts – woraus es besteht, woher es kommt, wie es repariert werden kann und was nach der Nutzung damit geschieht.
Auf dem Papier geht es um Transparenz und Regulierung. In der Realität ist es jedoch eine Chance zur Neuausrichtung – für Marken, ihre linearen Lieferketten in zirkuläre Wertschöpfungssysteme zu verwandeln.

Von der Regulierungspflicht zur strategischen Chance
Lassen wir die Schönfärberei: Für viele Unternehmen wirkt der Digitale Produktpass (DPP) zunächst wie eine überwältigende Pflicht. Produktdaten entlang fragmentierter Lieferketten erfassen? Keine leichte Aufgabe. Es bedeutet, veraltete Prozesse zu digitalisieren, IT-Systeme anzupassen und Teams auf völlig neue Workflows auszurichten.
Aber wer den Blick über die reine Pflichterfüllung hinaus richtet, erkennt: Der DPP ist mehr als ein Verwaltungstool – er kann zum echten Business-Enabler werden.
Wenn ein Etikett zum Lebenszyklus wird
Das Besondere am DPP: Jedes Produkt wird zu einem nachvollziehbaren Vermögenswert. Nicht einfach verkauft und vergessen – sondern eingebunden in neue Kreisläufe: vom Kunden zurück zur Marke und wieder hinaus in die Welt.
Mit dem passenden System kann ein zurückgegebenes Kleidungsstück gescannt und sofort identifiziert werden. Zustand und Materialien sind bereits erfasst. Die nächsten Schritte – Aufbereitung, Wiederverkauf, Recycling – laufen reibungslos. Diese Transparenz schafft die Grundlage für ein zirkuläres, profitableres und agileres Modegeschäft.
Und noch wichtiger: Es eröffnet eine neue Beziehungsebene zum Kunden – über den Verkauf hinaus. Ein erster Schritt in Richtung Mode, die nicht nur tragbar, sondern auch rückverfolgbar ist.
Die Uhr tickt: Ab Mitte 2027 ist der DPP für Textilien Pflicht
Während 2030 oft als langfristiger Horizont genannt wird, bleibt der Textilbranche deutlich weniger Zeit.
Der Digitale Produktpass wird ab Mitte 2027 verpflichtend – also in weniger als drei Jahren. Und das betrifft alle Marken, die Produkte im EU-Markt verkaufen.
Kleidung, Schuhe und Accessoires müssen dann einen digitalen Pass tragen, der Materialien, Herkunft und Umweltauswirkungen dokumentiert. Und Unternehmen brauchen die digitalen Systeme, um genau das zu verwalten.
Abwarten ist keine Option mehr. Wenn die Verordnung greift, sind die Vorreiter längst mit rückverfolgbaren, zirkulären Produktlinien am Markt – während andere noch Excel-Tabellen aktualisieren und versuchen, aufzuholen.
Wer sich jetzt nicht vorbereitet, bereitet sein eigenes Zurückfallen vor.

Daten in Taten verwandeln: Wo koorvi ins Spiel kommt
Information allein reicht nicht aus. Der wahre Wert des Digitalen Produktpasses (DPP) liegt in dem, was man damit macht – und genau hier kommt koorvi ins Spiel.
Unsere Plattform hilft Modemarken, aus statischen Produktdaten lebendige Systeme zu machen, die Rücknahme, Reparatur, Aufbereitung und Wiederverkauf ermöglichen. Wir machen es möglich, Rückläufer intelligent zu bearbeiten, Artikel nach Zustand und Material zu sortieren und automatisch die passenden Folgeprozesse auszulösen.
Wir helfen dir nicht nur dabei, die Compliance-Anforderungen zu erfüllen – wir machen daraus dein Sprungbrett: für zirkuläre Services, smarteres Bestandsmanagement und eine stärkere Kundenbindung.
Der DPP kommt – nutzt du ihn oder reagierst du nur darauf?
Wie bei jeder neuen Regulierung gibt es auch beim Digitalen Produktpass eine Wahl: Reaktiv bleiben und das Minimum tun – oder vorausschauend handeln und vorneweg gehen.
Denn eines ist klar: Rückverfolgbarkeit ist keine Modeerscheinung – sie wird zum neuen Standard. Und wer früh handelt, gestaltet die Spielregeln mit.
Mit koorvi bereitest du dich nicht nur auf die Zukunft vor – du baust sie.
Häufig gestellte Fragen
Wofür steht DPP?
DPP steht für „Digitaler Produktpass“. Dabei handelt es sich um einen digitalen Datensatz, der wichtige Informationen über Materialien, Herkunft, Herstellungsprozess, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit eines Produkts enthält. Ziel ist es, Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg transparenter und rückverfolgbarer zu machen – und so Wiederverwendung, Recycling und zirkuläre Geschäftsmodelle zu fördern.
Was ist der Digitale Produktpass (DPP) in der Textilindustrie?
Der DPP ist ein digitaler Produktcode, der Informationen über den gesamten Lebenszyklus eines Kleidungsstücks enthält – von der Materialzusammensetzung bis zur Recyclingfähigkeit. Er schafft Transparenz und unterstützt nachhaltigen Konsum.
Welche Informationen müssen im DPP enthalten sein?
Je nach Produktkategorie:
- Rohstoffe und Herkunft
- Produktionsprozesse
- CO₂-Fußabdruck
- Reparierbarkeit
- Entsorgungs- und Recyclingoptionen
- Zukünftig auch Nutzungsdaten (z. B. Pflegehinweise, Nutzungsdauer)
Ab wann wird der DPP verpflichtend?
Für die Textilindustrie soll der Digitale Produktpass bis 2027 verpflichtend werden – im Rahmen der EU-Verordnung „Ecodesign for Sustainable Products“. Erste Pilotprojekte sind bereits für 2025 geplant.
Welche Vorteile bietet der DPP für Unternehmen?
- Stärkeres Vertrauen durch mehr Transparenz
- Neue Umsatzpotenziale durch zirkuläre Services (Rücknahme, Reparatur, Wiederverkauf)
- Bessere Einblicke in Lieferketten durch strukturierte Daten
- Wettbewerbsvorteil für frühzeitige Umsetzer
Wie unterstützt koorvi die DPP-Integration?
koorvi bietet eine digitale Plattform, die:
- DPP-Daten liest und verarbeitet
- Rücknahme- und Recyclingprozesse automatisiert
- Produktzustand und Identität digital bewertet
- zirkuläre Services wie Aufbereitung und Wiederverkauf organisiert